Autogas ist nicht Erdgas!

LPG-Auto beim Autogas tanken

Der Sicherheitsstandard für LPG-Autos ist hoch und gesetztliche Kontrollen sorgen für zusätzlichen Schutz

Heute wollen wir auf das Thema Sicherheit zu sprechen kommen. Gerade in den letzten Wochen wurde aufgrund der Vorkommnisse mit einem Erdgas Touran von Volkswagen viel über die allgemeine Sicherheit von Gasfahrzeugen diskutiert. Allerdings ist gerade für Laien ein Gasauto wie das andere – eine Differenzierung findet selten statt. Dabei muss man explizit zwischen Erdgas (CNG) und Autogas (LPG) unterscheiden. Schließlich handelt es sich hierbei um zwei vollkommen unterschiedlich Kraftstoffe. Erdgas oder kurz CNG – Compressed Natural Gas – wird immer in der Gasphase im Tank gespeichert. Wird CNG unter hohem Druck und extrem niedrigen Temperaturen verflüssigt, etwa für den Transport in einem Tanker, redet man von LNG. Das L steht dabei für Liquefied – also verflüssigt. Im PKW-Bereich findet diese Technik bislang jedoch keine Anwendung. Um das LNG in der Flüssigphase zu speichern, ist ein enorm hoher Material, Energie und Kostenaufwand nötig, was eine Umrüstung auf LNG unwirtschaftlich macht. Zurzeit fahren nur einige Lastwagen als Versuchsträger auf Europas Straßen herum.

 


Erdgas wird mit deutlich höherem Druck als LPG gespeichert

Damit die Speicherung von CNG rentabel bleibt, wird das Methangas unter hohem Druck in den Gastank gepresst. Dabei erreicht das Gas einen Druck von 200 bar im Tank. Im Vergleich zu Autogas (LPG) ein extrem hoher Druck, womit auch gewissen Risiken verbunden sind. Wird nämlich der Korrosionsschutz am Gastank beschädigt, kann der Druckkörper durch Rost angegriffen und die strukturelle Integrität des Tanks geschädigt werden. Dieser Umstand führte auch beim Touran zur Explosion des Gastanks, wobei der Fahrer verletzt wurde.

 

Gastanks für LPG gelten als sicher

LPG-Tanks müssen deutlich geringere Drücke aushalten und haben darüber hinaus ein Sicherheitsventil im Multiventil integriert, dass ein Zerbersten durch Überdruck in kritischen Situationen verhindert. Schließlich kann bei starker Hitze oder bei einer Verformung des Gastanks bei einem Unfall der Dampfdruck stark ansteigen. In diesem Fall öffnet das Überdruckventil und entlässt überschüssiges Autogas kontrolliert außerhalb des LPG-Autos. Das Ventil öffnet bei 27 bar, was somit dem Maximaldruck entspricht. Im normalen Betrieb liegt der Dampfdruck im LPG-Tank bei 5-8 bar, also weit unter dem eines CNG-Gastanks. Trotzdem kam es auch in der Vergangenheit bei einem Unfall eines LPG-Autos und einem anschließenden Brand zum ersten und einzigen Mal in Deutschland zur Explosion eines Autogas-Tanks. Dabei wurden mehrere Feuerwehrmänner verletzt. Der Fahrer war bereits zuvor an den Folgen des Unfalls verstorben. Die Ursache der Explosion lag in einem Versagen des Sicherheitsventils. Laut der Gutachter konnte das Ventil vermutlich durch Korrosion nicht mehr öffnen und verursachte somit einen Überdruck im Autogas-Tank. Aus diesem Fall wurden jedoch entsprechende Konsequenzen gezogen und neue Vorschriften definiert. Darüber hinaus sind mittlerweile viele LPG-Tanks mit zwei Sicherheitsventilen ausgestattet.

 

Kontrolle der LPG-Tanks durch TÜV und GSP-Prüfer

In einem unabhängigen Test des ADAC wurde im Jahr 2008 bestätigt, dass Fahrzeuge mit LPG genauso sicher wie konventionelle PKW sind. Um diese Sicherheit zu garantieren, gibt es eine Reihe gesetzlicher Regelungen. So wird der Gastank regelmäßig bei der Hauptuntersuchung genau begutachtet. Ist er korrodiert, wird keine Zulassung erteilt - der Tank muss somit getauscht werden. Auch bei der Wartung und Inspektion der Gasanlage sind die GSP Prüfer dafür geschult, den Zustand des Gastanks zu bewerten und ggf. einen Austausch zu verlangen. Als GSP Prüfer sind die Autogas-Umrüster mit den entsprechenden Befugnissen ausgestattet. Alle Fahrer eines LPG-Autos können demnach beruhigt in ihr Auto steigen - Ein Fahrzeug mit Autogas ist und bleibt sicher!

 


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